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KOJ und Louis Sclavis- Piffkaneiro

 

 

 

 

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Information zur CD

 Drei Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs drehte Ernst Lubitsch "Die Bergkatze", eine freche, luftig-leichte Militärparodie, die beim damaligen Publikum jedoch nicht ankam. Neben der ätzenden Satire auf das Militär und einer furiosen Umkehr der Geschlechterrollen - die wunderbare Räubertochter Rischka (Pola Negri) lehrt die Männer das Fürchten - sorgten wohl auch die formalen Experimente für Verstörung. Aus heutiger Sicht zählt dieses Meisterwerk des frühen Weimarer Kinos eindeutig zu den vielschichtigsten Filmen Lubitschs.

2004 haben die Musiker von KOJ im Auftrag des Jazzclubs Moods und dem Filmpodium der Stadt Zürich eine Perle des Stummfilms - "Die Bergkatze" - vertont. Entstanden ist eine zart-bittere, zuweilen auch deftig-ironische Musik: Lubitschs Bildsprache inspiriert zu Charakter- und Milieustudien. Die musikalischen Themen und Motive werden improvisierend verflochten und einander entgegengesetzt. Komposition und Improvisation verzahnen sich ebenso unmerklich wie raffiniert. Dabei dient die imaginäre Stadt "Piffkaneiro" (Lubitsch siedelt seinen Film "unweit von Piffkaneiro" an) als Bühne. Sie ist eine skurrile Bergstadt voller Geschichten, die farbigen Viertel sind bevölkert von kauzigen, dubiosen, verwegenen, mitunter auch bildhübschen Geschöpfen. Musikalisch gesprochen bedeutet das: die Motive und Themen aus dem Film erscheinen in anderer Umgebung und neuen Arrangements.

Für die CD-Aufnahmen im Jahr 2007 konnte KOJ den französischen Klarinettisten Louis Sclavis gewinnen, der auch bei den weiteren Konzerten die Band begleiten wird. Sclavis ist seit den 80er Jahren einer der aktivsten Kristallisationspunkte der französischen Jazzszene, einer der Väter der "Folklore Imaginaire" und spielte mit zahlreichen namhaften Künstlern, veröffentlichte aber auch mehrere eigene bemerkenswerte CDs bei ECM. Christoph Grab ist Professor an der Hochschule der Künste Zürich und leitet weitere Ensembles, die sich mit Jazz, aber auch elektronischer Musik und Weltmusik beschäftigen. Christian Strässle ist an zahlreichen Projekten im Zusammenhang mit Theaterarbeit und auch klassischen Ensembles beteiligt. Mathias Gloor arbeitete viele Jahre mit experimentellen Jazz/Rock-Formationen, hat sich aber auch einen Namen als Komponist moderner Kammermusik gemacht. Leo Bachmann (er studierte u.a. bei Bob Stewart) wiederum ist einer der gefragtesten Tubisten der Schweiz und war Mitglied verschiedener Formationen. Allen gemeinsam ist, dass sie sehr aktiv an der Theaterszene der Schweiz mitwirken und so musikalisch bestens in diesem Projekt harmonieren.

http://www.betweenthelines.de/cddetails/btlchr71220.shtml